Fahrrad-Projekt

Rad fahren bedeutet, sich von einem Sportgerät faszinieren zu lassen, Natur zu erleben, die Potentiale des eigenen Körpers auszuloten, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten etwas für die Gesundheit zu tun.

2014 hat die Kinder- und Jugendhilfe das Fahrradprojekt ins Leben gerufen und bietet seitdem Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre nähere Umgebung, die Bundesrepublik aber auch Teile von Europa mit dem Mountainbike zu erkunden. Hintergrund ist die Erfahrung, dass praktisch jeder unserer Bewohner/innen irgendwann das Fahrradfahren erlernt und damit die Möglichkeit zur Teilnahme hat.

Projekt Fahrrad

Das Projekt fängt dabei mit kleineren Touren ab 20 km an und bietet besonders sportbegeisterten und leistungsfähigen Teilnehmer/innen die Chance Tagesfahrten von bis zu 200 km zurück zu legen. Daran anknüpfend werden Wochenend- oder auch mehrwöchige Fahrten ins benachbarte Ausland wie Österreich, Tschechien, Italien, Belgien oder Frankreich angeboten, so dass die zumeist jugendlichen Teilnehmer/innen im doppelten Sinne Grenzerfahrungen machen können.

Gezeigt hat sich, dass kaum ein Teilnehmer sich zu Beginn seiner Teilnahme vorstellen kann, dass er Tagesetappen von 100 km und mehr Kilometer zurücklegen kann. Dabei handelt es sich weniger um fehlende körperliche Voraussetzungen, sondern vielmehr um fehlendes Vertrauen in den eigenen Körper, wo der Kopf sich bis dato nicht vorstellen kann, dass man zu solch großartigen Leistungen fähig ist. In Folge dessen sehen sich die Pädagogen dazu aufgefordert, diese Blockade Schritt für Schritt zu lösen, indem einerseits die sportliche Leistungsfähigkeit durch kontinuierliches Training erhöht wird, andererseits durch die Erweiterung des gedanklichen Horizonts, welcher die Teilnehmer/innen letztendlich über sich hinauswachsen lässt.

Fahrradprojekt bedeutet in St. Ansgar, dies nicht nur für sich allein zu tun, sondern in Gemeinschaft Rad zu fahren, wo einer dem anderen hilft, so dass letztlich alle die geplante Tagesstrecke schaffen. Dabei gilt es sich während der Fahrt untereinander abzustimmen, so dass Gefahrenstellen sicher gemeistert werden. Dies heißt aber auch, sich bei besonders anstrengenden Abschnitten untereinander zu helfen, z.B. dem anderen Windschatten zu geben oder ihn am Berg zu unterstützen, so dass letztlich alle gesund und wohlbehalten am Ziel ankommen.

Im Ergebnis steigern die Teilnehmer/innen über die Dauer nicht nur ihre körperliche Leistungsfähigkeit in Bezug auf das Rad fahren, sondern analog dazu gelingt es ihnen auch ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit in der Schule, bei Praktika oder der Arbeit auszubauen. Die Steigerung ihres Selbstvertrauens ermöglicht ihnen obendrein leichter mit ihrer Außenwelt in Kontakt zu kommen und sich neuen Aufgaben zu stellen, so dass sie auch auf dieser Ebene einen deutlichen Zuwachs erfahren. 

Das Kennenlernen neuer Orte und Länder erweitert zudem nicht nur ihr Allgemeinwissen, sondern schafft zusätzliche Motivation, sich später einmal selbst derartige Reisen zu ermöglichen.